Nachhaltigkeit

Begriffsklärung

Was bedeutet Nachhaltigkeit bzw. Nachhaltige Entwicklung eigentlich? Eines ist vorneweg schon zu sagen: Die eine Definition von Nachhaltigkeit gibt es nicht. Im Diskurs um den Begriff haben sich mit der Zeit mehrere Modelle und Erklärungsversuche gebildet. Einen detaillierten Überblick finden sie im „Lexikon der Nachhaltigkeit“ unter www.nachhaltigkeit.info.

Ursprung
Das Prinzip der Nachhaltigkeit hat seine Wurzeln in der Forstwirtschaft. 1713 schrieb der damalige Forstdirektor Hans-Karl von Carlowitz in seinem Buch über die Ökonomie der Waldkultur: „Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann!“. Damit war eine erste Definition von Nachhaltigkeit gefunden.

Gleichgewicht und Gerechtigkeit
Heute geht die Definition wesentlich weiter. Während von Carlowitz insbesondere die natürliche Ressource Wald in den Fokus nahm, sind heute vor allem das Gleichgewicht der Welt und Gerechtigkeit entscheidende Faktoren.

Der Kerngedanke: Auf lange Sicht dürfen wir nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft beeinflussen sich gegenseitig. Es wird langfristig keinen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritt ohne intakte Umwelt geben. Ebensowenig wird es gelingen, die Umwelt effektiv zu schützen, wenn Menschen um ihre wirtschaftliche Existenz kämpfen müssen. Nachhaltigkeit berührt alle Bereiche des Alltags und kann nur durch internationale Zusammenarbeit erreicht werden.

Eine Nachhaltige Entwicklung:

  • schont die Natur;
  • erhöht die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft und sichert sie für die Zukunft;
  • ist gerecht und trägt dazu bei, dass alle Menschen friedlich zusammen leben.

(Quelle: bne-portal.de)

 Hans-Karl von Carlowitz

Hans-Karl von Carlowitz

Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE)

Roadmap BNE

Zur Roadmap der UNESCO

Um Nachhaltige Entwicklung als Prinzip in allen gesellschaftlichen Bereichen zu verankern und einen umfassenden Bewusstseinswandel herbeizuführen, ist Bildung ein essentieller Schlüssel. Aus diesem Grund wurde von der UN von 2005 bis 2014 die „Weltdekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen. Die UN-Mitgliedsstaaten verpflichteten sich darin besondere Anstrengungen im Bereich BNE zu unternehmen und so Nachhaltigkeit im Bildungssektor zu stärken.

Auf der Abschlusskonferenz der deutschen BNE-Dekade im September 2014 wurde eine positive Bilanz gezogen.

Die Anstrengungen im Bereich BNE sind mit der Dekade jedoch nicht vorbei sondern werden im „UNESCO Weltaktionsprogramm BNE“ weitergeführt. Dieses wurde vom 10. Bis 12. November 2014 im japanischen Aichi-Nagoya beschlossen. Die UNESCO hat hierzu eine Roadmap mit den wesentlichen Informationen und Aktionsfelder veröffentlicht.

Bildung ist und bleibt ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Gesellschaft. Im Rahmen des Projekts „Nachhaltigkeit im Gepäck“ wollen wir eine Basis für BNE schaffen und erste Bildungsprojekte in der Region etablieren.